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70 Jahre CDU Waldbronn

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70 Jahre CDU Waldbronn

26.06.2016
CDU betrachtet demografische Entwicklung und deren Auswirkungen

Das 3. CDU-Forum des Gemeindeverbandes Waldbronn rückte die „Demografische Entwicklung“ ins Blickfeld und behandelte mit der Frage „kollabiert der Sozialstaat?“ die Auswirkungen auf Deutschland und die Menschen in unserem Land.
Vorsitzender Roland Bächlein begrüßte die Teilnehmer. Er blickte auf den tief greifenden Wandel in der Altersstruktur der Bevölkerung und dankte dem Projektteam für die Vorbereitung zum Thema Demografie, das für Kommunen, Wirtschaft und Bürger eine zentrale Zukunftsfrage ist.
Als Moderator beleuchtete Bastian Weber die aktuelle Situation, bevor Dr. Jürgen Kußmann seine Expertenerfahrungen in Sachen Demografie aufrollte. Er gab anhand der Alterspyramiden einen Überblick über die Bevölkerungsentwicklung von 1910 bis 2010 und zeigte an der Prognose für 2050 die zu erwartende Altersstruktur der Bevölkerung auf. An den Zahlen auf Basis des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg machte er deutlich, welche extremen Veränderungen bewältigt werden müssen. „Es lauert eine Zeitbombe.“, warnte Kußmann und betrachtete die zugrunde liegenden Aspekte. Er zeigte die Folgen der sinkenden Geburtenraten und der steigenden Lebenserwartung auf. Das bedeute besondere gesellschaftliche Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme, die Rente, die Pensionen, die Familienpolitik und die Pflegesituation. Der Druck auf die politischen und sozialen Strukturen steige enorm. Der Staat als Gesetzgeber trage die großen Risiken für die Sozialversicherungen, die im Rahmen der Subsidiarität auf die Bürger verteilt werden. Für das Rentenniveau sei prognostiziert, dass es von derzeit 48 % eines Durchschnittslohns bis 2030 auf 43,5 % sinke. Bei einer Anhebung des Rentenniveaus auf 50 % würden die Versicherungsbeiträge von 18,7 % auf 24 % steigen. Alternativ müsste der Bund anstelle derzeit 90 Mrd. Euro Steuermittel von über 100 Mrd. Euro zuschießen. Den Unterschied zwischen dem Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen zeigte Kußmann am Beispiel eines Eckwerterentners auf, der nach 45 Beitragsjahren mit einem jährlichen Durchschnittseinkommen von 34.507 € eine Monatsrente von 1.314 € bekomme. Pensionäre könnten dagegen mit 2.739 € brutto pro Monat rechnen. Dabei drücken die Pensionslasten den Bund und die Bundesländer schon jetzt. Sie geben bereits heute 31,2 % ihrer Personalausgaben für Ruhegehälter und Beihilfen aus.
Alarmierend seien auch die mit dem Geburtenrückgang verbundenen Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Strukturen und die zwischenmenschlichen Kontakte. Kinderlos seien aktuell 25 % der über 40-jährigen Frauen, unter Akademikerinnen sind es 40 %, in Städten 50 %. Auch die Zahl der Singlehaushalte steigt. Zwischen 75 % bis 83 % werden 2040 vorhergesagt. Dann werden 50 % der Bevölkerung ohne Nachkommen und 20 % ohne Verwandtschaft sein.
Mit all diesen Vorhersagen zur schrumpfenden und alternden Bevölkerung blickte der Referent auf den Kollaps, der für die staatliche Finanzierung der Einrichtungen entsteht. In Kindergarten, Schule, Hochschule, Beruf bis zur Rente sowie dem Unterstützungs- und Pflegebedarf im Alter gelte es, den Versorgungslücken frühzeitig entgegenzuwirken und die Lebens- und Arbeitsperspektiven auf die Veränderungen einzustellen.
Die Bevölkerungsvorausberechnungen für Waldbronn sind günstig, berichtet Kußmann von den Erhebungen der Bertelsmann-Stiftung und erläutert: „Waldbronn zählt zum Demografie-Typ 3. Wir sind eine prosperierende Kommune im Umfeld dynamischer Wirtschafszentren.“ Waldbronn werde als stark wachsende kleine bis mittelgroße Stadt mit hochqualifizierten Einwohnern, hochwertigen Arbeitsplätzen und hoher Kaufkraft der Bevölkerung eingestuft, für die bis 2030 eine Steigerung der Einwohnerzahl auf 12.450 prognostiziert ist.
Das CDU-Forum mündete in einer lebhaften Gesprächsrunde über die vielen Einflüsse und den Handlungsbedarf zur demografischen Entwicklung. Einen breiten Raum nahmen dabei das Umlagesystem der Rentenversicherung, kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgungen und andere Rentenmodelle ein, mit denen die Versorgung auf mehrere Beine gestellt und der Bürger in die Verantwortung einbezogen wird. Zur Sprache kamen auch die Auswirkungen auf das Sozialsystem durch die hohe Zuwanderung in Deutschland durch Asylsuchende, die eine große sozialpolitische Herausforderung sind, aber auch als Chance gesehen werden. Ein konstruktiver Vorschlag aus der Diskussionsrunde war, die Sozialpolitik solle von der Industrie lernen und Arbeit dahin verlagern, wo die Menschen sind, die Beschäftigung zum Leben brauchen.
Wichtige Erkenntnisse lieferten die Wortbeiträge der jüngeren Diskussionsteilnehmer. Ihre Erwerbsbiografien sehen heute anders aus, was sich auf die Lebensform, die Entscheidung für oder gegen Partner und Kinder auswirkt. In der jungen Bevölkerung ist ein Wandel im Gang. Sie suche neue soziale Strukturen, um sich in einer globalisierten Zukunft weiterzuentwickeln. Für dieses Ziel wird die Politik um Lösungen für den demografischen Wandel und die Zukunftsfähigkeit unserer sozialen Sicherungssysteme ringen. Zahlreiche Denkanstöße dazu lieferte das CDU-Forum.

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