13.02.2018
Wird der „Navigator“ doch noch aufgestellt? - Bauvoranfrage mit Befreiungen

Wird der „Navigator“ doch noch aufgestellt?

Am Standort des ehemaligen Info-Pavillons wurde von einer Studentengruppe des Instituts für bildende Künste am KIT Karlsruhe ein Seminarprojekt durchgeführt. Heraus kam eine künstlerisch gestaltete Plastik die von den Studenten vielsagend und treffend „Navigator“ benannt wurde. Bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) wurde nun die inzwischen entstandene Plastik im Maßstab 1:2 von Prof. Stephen Craig vorgestellt. Beeindruckend waren die von den Studenten zugrunde gelegten „7 Perspektiven“, die Ausgangspunkt für die Gestaltung gegeben haben. Die Plastik sollte begehbar sein und dem Betrachter/Besucher diese Perspektiven am dem hervorragend dafür geeigneten Standort erschließen.

Soweit die Absicht der Studenten und auch die Theorie

Die Studenten, ihr betreuender Professor und auch die Gemeindeverwaltung wurden von der Straßenbaubehörde jedoch sehr schnell auf den Boden der deutschen „Amtsschimmel-Praxis“ zurückgeholt. Der exponierte Standort an der Kreuzung von Kreis- und Landesstraße scheint den Behörden ein Dorn im Auge. Ist diese Kreuzung doch als „Unfallschwerpunkt“ geführt, der die Nachbarschaft eines Kunstwerks wohl schwer erträgt. Von einem erhöhten Unfallrisiko durch die zu befürchtende Ablenkung der Autofahrer durch das Kunstobjekt ist die Rede. Ob es aber auch an der roten Signalfarbe lag, die von den Studenten zum Anstrich gewählt wurde, konnte nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die Gemeindeverwaltung hat sich nun verpflichtet, in nochmaligem Austausch mit den Behörden und unter Verwendung des inzwischen vorhandenen Modells doch noch eine Aufstellgenehmigung zu erwirken. Wie unterschiedlich die Einschätzungen von Behörden sein können, wird einem ersichtlich, wenn man die durchweg künstlerisch gestalteten Verkehrsinseln/Kreisel in Rheinland-Pfalz betrachtet. Verkehrsrisiken werden in der Pfalz wohl anders eingeschätzt.

Bauvoranfrage mit Befreiungen

Erneut mit einer Bauvoranfrage aus dem alten und rechtsgültigen Bebauungsplan „Hinterm Zaun“ in Busenbach hatte sich der AUT zu befassen. Dieses Mal ging es um verschiedene Befreiungsanträge von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Ein bestehendes Einfamilienhaus mit Satteldach soll abgebrochen werde. Der Neubau soll eingeschossig mit Flachdach errichtet werden. Zulässig sind dort bis heute nur Satteldächer. Darüber hinaus soll das zulässige Baufenster auf dem Grundstück vergrößert und damit verbunden auch die zulässige Geschossflächenzahl deutlich überschritten werden. Auch die Besichtigung vor Ort ergab für die Mitglieder des AUT nicht die erwünschten Erkenntnisse zu dem geplanten Bauprojekt. Hinzu kam, dass vom Antragsteller keinerlei Planskizzen eingereicht wurden, die das geplante Vorhanden räumlich dargestellt haben. Den Gemeinderäten war dies mehrheitlich „zu wenig Fleisch“, um entscheiden zu können. Der Bürgermeister hat dann nach längerer Diskussion den Tagesordnungspunkt von der weiteren Beratung abgesetzt

Roland Bächlein, Fraktionsvorsitzender

© CDU Waldbronn