Informationsveranstaltung am 14.11.2006:
"Wohnungseinbruch" - Wie können wir uns schützen ?

Kriminalität generell und Wohnungseinbruch insbesondere sind vielfach ein Gradmesser für das allgemeine Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Ein Wohnungseinbruch hinterlässt nicht nur bei den Betroffenen seine Spuren, sondern kann das Sicherheitsgefühl des ganzen Wohnumfeldes beeinträchtigen. Mit diesen Worten eröffnete Werner Anderer die Informationsveranstaltung im Restaurant La Cigogne und begrüßte zugleich die zahlreichen Gäste sowie den Referenten Herrn Hans Joachim Rausch, Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe.
Herr Rausch spannte einen weiten Bogen um die Themen Wohnungseinbruch und seine Auswirkungen, Täterprofil und Täterarbeitsweisen sowie Sicherheitstechniken - was macht Sinn? 
Dabei wurde klar, dass ein Einbruch in die eigenen vier Wände für viele Menschen ein traumatisches Erlebnis ist. Dabei macht den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwer wiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Die Meinung ist immer noch weit verbreitet, dass man sich gegen Einbrüche nicht schützen kann. Mit haltlosen Scheinargumenten wie
- bei mir ist nichts zu holen
- Einbrecher kommen nur Nachts, da bin ich zu Hause
- Wer reinkommen will, kommt rein, oder
- Sicherheitstechnik taugt nichts
ergibt man sich dem vermeintlichen Schicksal, den Einbrechern wehrlos ausgeliefert zu sein. 
Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass wir uns vor einem Einbruch schützen können, so Kriminalhauptkommissar Rausch. Über ein Drittel der Einbrüche bleiben im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen der sicherungstechnischen Einrichtungen. 
Die wenigsten Einbrecher sind "Profis". Meist handelt es sich um Gelegenheitstäter, die sich oft durch einfache technische Sicherungen abhalten lassen. Sichtbare Sicherungstechniken wirkt auf Täter eher abschreckend als anziehend. In diesem Zusammenhang präsentierte Kriminalhauptkommissar Rausch zahlreiche sicherungstechnische Einrichtungen. So wurde klar, dass sinnvoll aufeinander abgestimmte Sicherheitstechnik an Türen und Fenstern/Fenstertüren den Einbruchschutz wirkungsvoll erhöhen. 
Der mit einer modernen Power Point Präsentation inkl. Videoclips unterstützte Vortrag von Kriminalhauptkommissar Rausch zeigte nachhaltig wie bei Neu- und Umbauten der Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen und Fenster/Fenstertüren, nach DIN V ENV 1627 mindestens der Widerstandsklasse (WK) 2, ausgeführt werden kann. Bei diesen Türen und Fenster/Fenstertüren ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion der Fenster (Rahmen, Beschlag, Verglasung) und bei den Türen (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt. Die Türen und Fenster/Fenstertüren gibt es in verschiedenen Widerstandsklassen, so Rausch weiter.
Durch den Einsatz o.g. Türen und Fenster/Fenstertüren sind Sicherheitselemente "aus einem Guss" vorhanden, so dass ein späteres nachrüsten entfällt. 
Aber auch sicherheitstechnische Nachrüstungen an vorhandenen Türen und Fenster/Fenstertüren können den Einbruchschutz immer noch deutlich verbessern. So sollten Nachrüstungen für Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Nachrüstungen für Fenster mit Zusatzsicherungen , z.B. Zusatzkastenschlösser, Fensterstangenschlösser und Bändersicherungen sind fast immer möglich und sollten mindestens an der Griff- und Bandseite erfolgen. Darüber hinaus sollte die griffseitige Sicherung stets abschließbar sein, so der Kriminalhauptkommissar. 
Zum Abschluss des Themenkomplexes gab Kriminalhauptkommissar Rausch noch sehr wertvolle Tipps zum Thema wie
- Vorsicht ! Gekippte Fenster sind offene Fenster
- Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit
- Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen, denn Einbrecher kennen jedes Versteck, etc...
VORSICHT! Wachsamer Nachbar
Nachbarn sind mehr als die Leute von nebenan. Nachbarn kennen sich , sprechen miteinander und kümmern sich umeinander. Denn jeder kann in eine Situation geraten, in der er auf die Unterstützung anderer angewiesen ist. Nachbarn können sich auch beim Schutz vor Kriminalität gegenseitig helfen. Ganz einfach schon durch eine erhöhte Aufmerksamkeit für alles was in Ihrem Haus und Wohnviertel passiert. Dabei geht es nicht um Schnüffeln oder Spionieren, sondern um unsere Mitverantwortung für das Wohl unserer Nachbarn, so der Referent Kriminalhauptkommissar Rausch. Die nachfolgend aufgeführten Themen nahmen in dem Vortrag von Rausch einen breiten Raum ein. 
Jederzeit aufmerksam sein
WORAUF SOLLTEN SIE ACHTEN? Einbrecher, Diebe oder Trickbetrüger können auffallen, wenn wir Augen und Ohren offen halten. Autos mit auswärtigem Kennzeichen (meistens sitzen darin uns unbekannte Personen) fahren mehrmals langsam durchs Wohngebiet - vielleicht suchen Straftäter ein lohnendes Objekt.
Aktivitäten
NACHBARSCHAFTSHILFE SELBST ORGANISIEREN. So könnten wir untereinander Rufnummern, telefonische Erreichbarkeit, Autokennzeichen und vielleicht auch genaue Anschriften während der Abwesenheit austauschen.
Kontrolle schafft Sicherheit
SO KÖNNEN WIR VORBEUGEN. Auf Fremde im Haus, auf dem Nachbargrundstück oder im Wohngebiet achten und diese direkt ansprechen.
Gezielt reagieren
SO KÖNNEN WIR HELFEN. Nachbarn und die Polizei über verdächtige Beobachtungen informieren. Kennzeichen und Beschreibungen verdächtiger Autos und Personen notieren. Bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110 alarmieren. 
Zu o.g. Themenkomplex spannte der Kriminalhauptkommissar einen weiten Bogen und nahm Wortmeldungen aus dem Publikum sehr gerne an. So wurden die Themen mit vielen Beispielen und Fachinformationen von Rausch weiter vertieft und erläutert. 
Am Ende der Veranstaltung bedankten sich die Gäste persönlich bei Kriminalhauptkommissar Rausch für seinen hochinteressanten Vortrag, wurde dieser doch mit anschaulichen und mitten aus dem Leben gegriffenen Ausführungen untermauert.
Weitere kostenlose Informationen zum Thema 
"Sicher Wohnen - Einbruchschutz"
sind erhältlich beim Polizeipräsidium Karlsruhe
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
Beiertheimer Allee 16
76137 Karlsruhe
Tel. 0721 / 939-5045
Fax 0721 / 939-5049
E-Mail: beratungsstelle@ppka.bwl.de

(Text: Werner Anderer)
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