Freies WLAN für Waldbronn

Das 1. CDU-Forum des Gemeindeverbandes Waldbronn rückte das „Freie W-LAN in Waldbronn“ ins Blickfeld und behandelte die Zukunftsvision, für Bürger und Besucher in Waldbronn einen kostenfrei nutzbaren Internet-Zugang einzurichten, der an öffentlichen Plätzen kabelfrei genutzt werden kann. Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Lauterbach begrüßte die Teilnehmer und entschuldigte den krankheitsbedingt verhinderten 1. Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbandes Roland Bächlein. Lauterbach blickte auf den Fortschritt in der Informationstechnologie und dankte dem Projektteam für die Vorbereitung zum Thema Internet, das in der hochentwickelten Welt heute zur Grundversorgung gehört.
„Reden wir darüber“, unter diesem Motto wolle man mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen, begründete Bastian Weber als Moderator die Veranstaltungsreihe CDU-Forum, bevor der IT-Fachmann Hartmut Friedemann in seinem Vortrag das Thema aufrollte. Er gab einen Überblick über die Möglichkeiten der WLAN-Nutzung, die technischen, finanziellen, rechtlichen, gesundheitlichen und Sicherheitsaspekte. Am Beispiel der Stadt Karlsruhe zeigte der Diplom-Informatiker auf, wie ein Ausbau des freien Zugangs zum Internet erreicht wurde.
Dabei müsse man „die Notwendigkeiten einer Gemeinde anschauen“. Ein wesentlicher Punkt sei das Betreibermodell, stellte Friedemann heraus. Denn der Betreiber ist rechtlich verantwortlich für das, was über ihn heruntergeladen wird. Die Nutzungsbedingungen stellen die ordnungsgemäße Verwendung durch Zugangskennung und Passwort sicher. Jedoch gebe es keine eindeutigen gesetzlichen Regelungen für den Haftungsausschluss bei Missbrauch. Der Betreiber eines WLAN sei zuständig für jeden potentiellen Störer. Von der sogenannten Störerhaftung sei nur ein Provider befreit.
Ein ernsthaftes Augenmerk widmete Friedemann auch den gesundheitlichen Aspekten durch WLAN. Die Strahlungsintensität sei typischerweise in der Nähe des jeweiligen Geräts am intensivsten, egal ob Sendemast oder Mobilfunkgerät. Die Kombination aller Strahlungsquellen und deren Quantität bezeichnete der IT-Fachmann als ausschlaggebend für die Auswirkungen. Die Belastungsfaktoren, die noch unerforscht und oft eine Gratwanderung zum Komfort seien, können durch verantwortungsvollen Umgang gemindert werden.
Für die Breitbandzukunft erklärte Friedemann den kabelgebundenen und mobilen Ausbau. Mit dem Zitat von EU-Kommissar Günther Oettinger: „Wir haben das Spiel in der IT-Branche bereits verloren.“ zeigte Friedemann das Durchschnittstempo der Internetzugänge in Deutschland auf, das mit 8,7 Megabit/Sekunde im weltweiten Vergleich gering ist. Für Waldbronn schlug er für ein kostenloses freies Internet die Installation von fünf Hotspots an den Plätzen Eis-/Jugendtreff, Rathausmarkt, Ortsmitte Reichenbach, Kurpark und Etzenrot vor.
Einen Blick in die mobile Zukunft „Smart Village“ durch georeferenzierte Datennutzung auf mobilen Endgeräten warf Sebastian Heuss mit der Frage: „Ist es Zukunft oder bereits Realität?“ Er machte klar, wie moderne Übertragungsstandards in der mobilen Daten-Kommunikation völlig neue Wege eröffnen. Er zeigte Anwendungsbereiche in Waldbronn auf, bei denen kommunale Dienste wie Bürger- und Touristinformationen sowie Angebote verschiedener Geschäfte mit Hilfe programmierter Apps kundenorientiert und gezielt vermittelt werden können. Heuss sieht darin einen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger sowie einen Mehrwert für den Wirtschaftsstandort Waldbronn.
Das CDU-Forum mündete in einer lebhaften Diskussion über die vielen Aspekte der Internetnutzung mit WLAN. Einen breiten Raum nahm dabei auch der Breitbandausbau für Waldbronn ein, für den die Entscheidung ansteht, ob unsere Gemeinde sich dem Backbone-Projekt des Landkreises zum Ausbau des schnellen Internets anschließt oder der Glasfaserausbau der Netzinfrastruktur auf FTTH durch die Deutsche Telekom AG erfolgt.

CDU Gemeindeverband Waldbronn
(Text: Hildegard Schottmüller)

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