Rückhaltedamm für den Hochwasserschutz an der Alb geplant

Wie es um den hundertjährlichen Hochwasserschutz an der Alb bestellt und was geplant ist, um ihn wieder herzustellen, das erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ortsbegehung, zu der die CDU Ettlingen und die CDU Waldbronn aufgerufen hatten. Bürgermeister Thomas Fedrow legte mit fachkundiger Führung und ausführlicher Information dar, wie sich die Städte Ettlingen und Karlsruhe gegen das Hochwasser wappnen wollen. Zu dem interkommunalen Thema begrüßte Fedrow beim Start in der Spinnerei die Vorsitzenden der CDU-Verbände Ettlingen und Waldbronn, Ingeborg Grether und Roland Bächlein, die Ratsmitglieder Heiko Becker, Lorenzo Saladino und Hildegard Schottmüller sowie die interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Den dringenden Handlungsbedarf verdeutlichte Fedrow an der Schadenserwartung im Fall eines 100-jährlichen Hochwassers, bei dem der Albabfluss 111 Kubikmeter pro Sekunde beträgt. Das Ettlinger Stadtgebiet sei dann von Überflutung betroffen, denn derzeit decke das Schutzkonzept nur noch ein 30-jährliches Hochwasser ab. Auf dem Weg durchs Albtal von der Spinnerei bis zur Kochmühle erläuterte Fedrow die vorgesehenen Schutzmaßnahmen für einen besseren Hochwasserschutz, die einerseits von der technischen Machbarkeit her, aber auch auf die Umweltverträglichkeit geprüft wurden. Denn es gehe um ein Projekt, das im FFH-Gebiet „Albtal und Seitentäler“ liegt. Es seien auch Umweltaspekte zu berücksichtigen, z. B. das Vorkommen des Ameisenbläulings, der als Schmetterling besonders schützenswert ist. Bei allen Verhandlungen habe sich derzeit als Vorzugslösung für den Hochwasserschutz die Variante herauskristallisiert, bei der ein Regenrückhaltebecken angelegt und von der Kläranlage Neurod zur Spinnerei hin ein ansteigender Damm gebaut wird. Dessen Höhe erreicht bei der Lagerhalle der Ettlin AG 11 m. Das Vorhaben ist auf rund 20 Millionen Euro kalkuliert und wird von den Städten Ettlingen und Karlsruhe finanziert. Ettlingen erhält dafür 70 % Landeszuschüsse, Karlsruhe aufgrund der Stadtgröße nicht. Für den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens sind gem. Bundesnaturschutzgesetzes Ausgleichsmaßnahmen erforderlich.
Einen eindrucksvollen Beweis der Auswirkungen bei Hochwasser erhielt die CDU-Gruppe bei einem Besuch im ATELIER 77 in der Kochmühle. Die Architekten Dieter Keck und seine Gattin Anke Fuchs-Keck berichteten von den Hochwasser-Situationen, die während der nahezu 40 Jahre eintraten, in denen sie in der heimatgeschichtlich bedeutsamen Kulturdenkmal im Albtal wohnen.
Zuvor gab es am Campingplatz Neurod leckeren Kuchen als kleine Stärkung, bevor die Wandergruppe der CDU den Rückweg antrat.

CDU Gemeindeverband Waldbronn
(Text: Hildegard Schottmüller)

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