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05.08.2020
Brennpunkt: Corona – Auswirkungen der Pandemie

Mit den Auswirkungen von Corona befasste sich die CDU Waldbronn beim „Brennpunkt“, eine im vergangenen Jahr begonnene Veranstaltungsform, die aktuelle Themen beleuchtet und diskutiert. Der Musikpavillon im Kurpark bot ideale Voraussetzungen für den Informations- und Diskussionsabend zu einem Thema, das in den letzten Monaten das Leben der Menschen berührte. CDU-Vorsitzender Roland Bächlein hieß dazu die Referenten des Abends Dr. Jürgen Kußmann, Professor Dr. Dirk Wentzel, Bürgermeister Franz Masino, Geschäftsführer Johannes Rupp und Hartmut Friedemann willkommen. Besonders freute er sich über die Anwesenheit der CDU-Abgeordneten aus Bund und Land Axel E. Fischer MdB und Christine Neumann-Martin MdL.
Einen besonderen Gruß richtete Bächlein an Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Lauterbach mit Gattin. Ihn würdigte er als Jubilar für seine 40-jährige Amtszeit als Gemeinderat in Waldbronn, die er am 23. Juli 1980 begonnen hatte. Die zeitliche passende Gelegenheit der Brennpunkt-Veranstaltung nutzte Bächlein für die Ehrung durch die CDU Waldbronn, der im September eine offizielle Würdigung durch die Gemeinde Waldbronn folgen wird. Er sprach den Dank des CDU-Gemeindeverbandes und der CDU-Fraktion aus für Lauterbachs langjähriges Wirken. „Zwei Generationen in der Kommunalpolitik, in denen es Höhepunkte, erfreuliche Momente und harte Entscheidungen gab“, habe Lauterbach miterlebt und kommunalpolitisch mitgestaltet, so Bächlein, der auch die 40-jährige Mitgliedschaft in der CDU hervorhob. Während seiner kommunalen Tätigkeit habe Joachim Lauterbach 16 Jahre als 1. und 2. stv. Bürgermeister, 6 Jahre als Kreisrat, 31 Jahre als Vorsitzender des Kurbeirats und viele Sitzungen als Mitglied in Zweckverbänden und Ausschüssen absolviert. Das ergebe 16.000 ehrenamtlich geleistete Stunden. Dazu komme die Mitarbeit in Projektgruppen, z. B. Musikschule, 700-Jahr-Feier, Rathaus-Erweiterung, Freiwillige Feuerwehr etc. Bächlein schloss in den Dank für das kommunale Engagement von Joachim Lauterbach vor allem auch das Verständnis seiner Frau Inge ein. Zur Ehrung Lauterbachs gratulierten auch MdB Axel E. Fischer und MdL Christine Neumann-Martin sowie Bürgermeister Franz Masino.
Zu den Auswirkungen der Pandemie referierte aus medizinischer Sicht zunächst Dr. Jürgen Kußmann, der auch die Veranstaltung moderierte. Er sprach als Facharzt, aber auch als engagierter Verbandspolitiker in seiner Funktion als stv. Vorsitzender der Kreisärzteschaft Karlsruhe, deren Vorsitzende Dr. Susanne Colopi-Glage er unter den Gästen begrüßte. In seinen Ausführungen ging er auf die Bildung des Virus Covid 19 ein, beschrieb den Infektionsweg, die gesundheitlichen Folgen und die medizinischen Möglichkeiten. „Nicht nur die Politik, auch die Ärzteschaft kannte das Virus nicht.“ Trotzdem sei es in Deutschland gelungen, die Zahl der Erkrankten und Verstorbenen erstaunlich klein zu halten.
Einen beeindruckenden Bogen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Volks- und die Weltwirtschaft spannte Dr. Dirk Wentzel aus Ettlingen, Professor für Volkswirtschaftslehre und Europäische Wirtschaftsbeziehungen an der Hochschule Pforzheim mit Jean Monnet-Lehrstuhl. In 10 Thesen machte er die aktuelle Lage eindrucksvoll klar. „Eine vergleichbare wirtschaftliche Krise hat es bisher noch nicht gegeben.“ Mit dem Verschwinden des Virus sei vorläufig nicht zu rechnen, zitierte er die Weltgesundheitsbehörde. Zu dessen Bewältigung gebe es keine einheitliche Lösung in Deutschland, Europa und der Welt. Falls eine zweite Welle komme, werde Deutschland vermutlich nicht überlastet sein. Aber der Einbruch der deutschen Wirtschaft sei historisch einzigartig. „Gott sei Dank haben wir die schwarze Null.“, beruhigte Prof. Wentzel. Davon profitiere die wirtschaftliche Erholung und es solle versucht werden, in vier bis fünf Jahren wieder auf dem bisherigen Niveau zurück zu sein. In der Wirtschaftswissenschaft mache es Sinn, von einer „Corona-Wirtschaft“ und von einer „Nach-Corona-Wirtschaft“ zu sprechen. Prof. Wentzel verdeutlichte, wie sehr es auf die Politik und die Wirtschaft, aber auch auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt, wie lange die Krise dauere.
Was das Virus mit dem kommunalen und gesellschaftlichen Leben in Waldbronn gemacht hat, was für die einzelnen Einrichtungen unternommen wurde und welche finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde zukommen, beleuchtete Bürgermeister Franz Masino.
Nach einer Umfrage unter den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg stehe den Kommunen „das Wasser bis zum Hals, bei einigen noch mehr, einige Kommunen können mit Rücklagen ausgleichen“. Den wirtschaftlichen Schaden für Waldbronn genau zu beziffern, sei noch zu früh. Trotzdem zeigte Masino in einer kurzen Zwischenbilanz die negative Entwicklung der finanziellen Situation durch Corona-bedingte Einnahmerückgänge und Mehraufwendungen auf. Mit den Finanzhilfen für Kommunen des Landes Baden-Württemberg und des Bundes hofft Masino, den Rückgang der Steuereinnahmen und weitere Ausfälle kompensieren zu können.
Masino bedauerte, dass Waldbronn für die Albtherme, die als GmbH geführt wird, vom Land Baden-Württemberg nicht ebenso einen Defizitausgleich erhält, wie es für Staatsbäder z. B. Bad Wildbad der Fall ist. Denn die noch andauernde Schließung der Albtherme sei insbesondere auch dadurch begründet, dass bei Öffnung 120.000 €, bei Schließung nur 60.000 € Kosten monatlich entstehen.
Zu den Einschränkungen durch Corona meinte Masino: „Wir dürfen uns gegenseitig gratulieren, dass wir in Deutschland leben - und natürlich in Waldbronn!“ Aus seiner Sicht seien wir vor Ort bisher gut über die kritische Zeit gekommen. Zwar habe das Vereinsleben heruntergefahren werden müssen. Aber es gab keine Todesfälle in Waldbronn und mit der Fieberambulanz konnte rasch ärztliche Hilfe mit Schutz vor Infektionen geleistet werden.
Die Pandemie habe das Leben verändert, aber auch gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft, Familie und Nachbarn sind. „In einer Krise zeigt die Gesellschaft ihre wahren Stärken“, brachte es Masino auf den Punkt. Jetzt gelte es, nicht übermütig zu werden und mit Weitsicht, Rücksicht und Disziplin wieder erste Schritte zurück in das „normale Leben“ zu finden.
Johannes Rupp, geschäftsführender Gesellschafter von Schwitzer’s Hotel am Park, berichtete, dass die Gastronomie-, Tourismus- und Tagungsbetriebe durch die Pandemie hart getroffen wurden. Der Shutdown habe für die Schwitzer’s GmbH die Schließung des Hotels am Park, der Brasserie im Kurhaus, des Bistros in der Albtherme und des Hotels Maxis in Karlsbad gebracht - mit 70 Mitarbeitern und 25 Auszubildenden. Nur 50 % der Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Recht schnell sei ein to-go-Konzept angeboten worden, das eine wichtige Stütze war, um Umsatzeinbußen aufzufangen. Als sehr erfreulich bezeichnete Rupp das „gute Gefühl, dass die Waldbronner uns unterstützt haben“. Die Menschlichkeit, die Loyalität und die Empathie haben in der Corona-Zeit motiviert und gezeigt, dass die Schwitzer’s Gastronomie am Ort ankommt. Trotz des positiven Feedbacks aus der Bevölkerung entstehe Stand Juni 2020 ein Umsatzverlust von 40 % auf die Gesamtunternehmung. Nach der Wiedereröffnung der Gastronomie sei man auf einem guten Weg. Trotzdem blickte Rupp mit Sorge auf den Herbst und den Winter. Er hoffe auf den Tourismusstandort Waldbronn mit der Albtherme als Leuchtturm.
Für die IT-Branche bezeichnete Hartmut Friedemann, Diplom-Informatiker, die Corona-Krise als Chance. Das Arbeiten vom Home-Office, Videokonferenzen, Webinare, seien selbstverständlich geworden. Die Digitalisierung und Virtualisierung der Arbeit habe sich in der Corona-Zeit verstärkt, weil es gilt, Kontakte zu vermeiden und Pendlerzeiten zu reduzieren. Die Präsenzkultur sei für Mitarbeiter großer Firmen z. T. abgeschafft worden. Der Trend zum Homeoffice habe sich von 11 % im Jahr 2018 auf heute 15 % erhöht. Dadurch reduziere sich der Flächenbedarf an Bürogebäuden um 10 %. Die technischen Kapazitäten seien in Europa kein Problem. Aber die Medaille habe auch zwei Seiten. Mit dem Arbeitsplatz der Zukunft gehen auch neue Arbeitsstrukturen einher. Durch den technischen Fortschritt habe die Arbeit vermehrt Einzug im Privatleben gehalten. Eine Umfrage zeigte, dass 77 % Homeoffice bevorzugen, aber 52 % für eine klare Trennung von Job und Privatleben sind. Zu berücksichtigen sei auch die Infrastruktur von Rechenzentren, die immer mehr und immer größer werde. 4 % der CO²-Emissionen seien der Digitalisierung geschuldet, gab Friedemann zu bedenken. Die Einflüsse durch Corona und die moderne digitalisierte Welt bedeuteten eine echte Herausforderung.
Nach den Ausführungen der Redner beantworteten diese in der Diskussion die Fragen der Teilnehmer.
CDU Gemeindeverband Waldbronn
Text: Hildegard Schottmüller

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